Zur Frühjahrssitzung des Bunnsraat för Nedderdüütsch (BfN) begrüßte Heinrich Siefer als Sprecher die Delegierten der acht Niederdeutschländer sowie der Plautdietschen am 24. Februar 2025 im Ohnsorg-Theater in Hamburg. Als Gast nahm Jonas Scheffel, Pomerano aus Brasilien, an der Sitzung teil. Die Sitzung fand einen Tag nach der Bundestagswahl statt, so dass die Wahlergebnisse noch ganz frisch waren; die Delegierten besprachen die nächsten Schritte für die politische Arbeit. In den letzten Wochen hatten mehrere Delegierte in den Ländern Gespräche mit Politiker:innen geführt. Dabei wurde deutlich, dass der Fokus bei diesem Wahlkampf auf anderen weltpolitischen Themen lag, so dass es kaum Raum für sprachpolitische Themen gab. Daher soll nun versucht werden, die Anliegen der niederdeutschen Sprechergruppe wieder stärker an die Abgeordneten auf Länder- und Bundesebene heranzutragen.
Weiter ging es um die Initiative Spraakplaan Nedderdüütsch 2050. Für 2025 ist die Planung und Durchführung von zwei Modellprojekten zur Prestigeplanung vorgesehen, dabei soll es um die Sichtbarkeit und die Verwendung der Sprache im öffentlichen Raum gehen. Gemeinsam mit der Warkkoppel werden zwei Modellregionen gesucht: eine starke sowie eine schwache Niederdeutschregion. Um die Mehrheitsbevölkerung und die niederdeutsche Sprechergruppe weiter über das Konzept und den Aufbau eines Sprachplans und dessen Notwendigkeit für die Sprachsituation Niederdeutsch aufzuklären, sind die Erstellung einer Informationsbroschüre zu dem Thema sowie die Durchführung einer Online-Veranstaltung geplant.
Vorangegangen ist es auch beim Thema Wissensvermittlung: Im Dezember 2024 hat die Bildungsministerkonferenz die gemeinsame Empfehlung der Kultusministerkonferenz mit dem Bundesrat für Niederdeutsch und dem Minderheitenrat zur Wissensvermittlung über die vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands und die Sprechergruppe Niederdeutsch durch die Bildungsministerkonferenz verabschiedet hat (zum Weiterlesen). Nun hat die Arbeitsgruppe, in der Vertreter:innen einiger Länder sowie der Minderheiten und der Sprechergruppe Niederdeutsch vertreten sind, den Auftrag bekommen, Empfehlungen für die Umsetzung auszuarbeiten, u. a. die Vorstellung der Empfehlung auf einer Fachkonferenz in Berlin.
Neben vielen weiteren Themen ging es auch um PlattLandLüüd, eine Kampagne für die Regionalsprache Niederdeutsch, die Ende 2024 auf Instagram gestartet is (https://www.instagram.com/plattlandlueued/). Die Kampagne soll dazu beitragen, das Image der Sprache zu verbessern und das plattdeutsche Leben vorstellen. Sie soll die Sichtbarkeit von Plattdeutsch erhöhen und Wissen über die die Sprache vermitteln. Vor allen Dingen möchte PlattLandLüüd Menschen aus der niederdeutschen Sprechergruppe vorstellen, dies soll in Form von kurzen Videos passieren. Dadurch soll die Vielfalt der Sprechergruppe gezeigt werden.